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Katarakt-Operation

Der Austausch der Augenlinse und die Möglichkeiten mit Sonderlinsen

Der Graue Star (Katarakt) ist eine weit verbreitete Augenkrankheit, bei der die natürliche Linse des Auges trüb wird und das Sehvermögen zunehmend beeinträchtigt. Die einzige wirksame Behandlungsmethode ist die operative Entfernung der getrübten Linse, die durch eine klare Kunstlinse ersetzt wird. Diese Operation gehört zu den häufigsten Eingriffen in der Augenheilkunde und hat sich als äußerst sicher und effektiv erwiesen.

Der Ablauf der Katarakt-Operation

Die Katarakt-Operation wird in der Regel ambulant durchgeführt und dauert meist nur 15 bis 30 Minuten. Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung des Auges, sodass der Patient während der Operation sediert wird, aber keine Schmerzen verspürt.

  1. Vorbereitung des Auges: Nach der Betäubung wird das Auge gründlich gereinigt und desinfiziert. Der Operateur öffnet dann die Vorderseite der Linsenkapsel durch einen winzigen Schnitt am Rand der Hornhaut.
  2. Zertrümmerung und Absaugung der trüben Linse: Mithilfe eines Ultraschallgeräts wird die trübe Linse in kleine Stücke zertrümmert (Phakoemulsifikation) und anschließend abgesaugt. Nur die äußere Kapsel der Linse bleibt im Auge zurück.
  3. Einsetzen der Kunstlinse: In die verbleibende Linsenkapsel wird nun eine klare Kunstlinse eingesetzt. Diese faltbare Linse wird durch den kleinen Schnitt ins Auge eingeführt und entfaltet sich dort zu ihrer vollen Größe. Der Schnitt ist so klein, dass er in der Regel ohne Nähte verheilt.
  4. Abschluss der Operation: Nachdem die Kunstlinse sicher im Auge platziert ist, wird das Auge nochmals desinfiziert. Der Patient erhält Augentropfen zur Vorbeugung von Entzündungen und zur Unterstützung der Heilung. Meist kann der Patient kurz nach der Operation nach Hause gehen.

Heilung und Nachsorge

Die Erholungsphase nach der Katarakt-Operation ist in der Regel kurz und unkompliziert. Bereits wenige Stunden nach dem Eingriff bemerken viele Patienten eine deutliche Verbesserung ihrer Sehkraft. Es ist jedoch normal, dass das Sehen in den ersten Tagen nach der Operation noch leicht verschwommen ist, da sich das Auge an die neue Linse gewöhnen muss. Die vollständige Heilung dauert etwa vier bis sechs Wochen.

In dieser Zeit ist es wichtig, die verschriebenen Augentropfen regelmäßig anzuwenden und auf körperliche Anstrengungen, insbesondere das Heben schwerer Lasten, zu verzichten. Auch das Reiben am Auge sollte vermieden werden, um Infektionen zu verhindern. Regelmäßige Nachuntersuchungen beim Augenarzt stellen sicher, dass die Heilung gut verläuft und es zu keinen Komplikationen kommt.

Sonderlinsen:
Individuelle Lösungen für optimales Sehen

Neben den Standard-Kunstlinsen, die das klare Sehen in einer bestimmten Entfernung (meist in der Ferne) ermöglichen, gibt es eine Reihe von Sonderlinsen, die zusätzliche Vorteile bieten und spezielle Sehprobleme korrigieren können. Diese Linsen werden individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst und bieten maßgeschneiderte Lösungen für ein optimales Sehvermögen.

  1. Torische Intraokularlinsen (IOL): Diese Linsen sind speziell für Patienten mit Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) entwickelt worden. Eine Hornhautverkrümmung führt dazu, dass Lichtstrahlen nicht gleichmäßig auf die Netzhaut treffen, was das Sehen verzerrt. Torische Linsen gleichen diese Verkrümmung aus, sodass nach der Operation eine klare und scharfe Sicht ohne Brille möglich ist. Besonders bei Patienten, die auch nach der Operation eine Brille vermeiden möchten, sind torische Linsen eine sinnvolle Option.
  2. Asphärische Intraokularlinsen: Die meisten Standardlinsen haben eine sphärische Form, die jedoch in den Randbereichen zu optischen Verzerrungen führen kann. Asphärische Linsen sind hingegen so geformt, dass sie diesen Effekt minimieren und eine schärfere Bildqualität ermöglichen, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen. Diese Linsen sind ideal für Menschen, die besonderen Wert auf ein brillantes Seherlebnis legen, beispielsweise beim Autofahren in der Dämmerung oder bei Nacht.
  1. Multifokallinsen: Diese Linsen ermöglichen das Sehen in mehreren Entfernungen, ähnlich wie eine Gleitsichtbrille. Multifokale Linsen haben unterschiedliche Zonen, die das Sehen in der Nähe, in der Ferne und in Zwischenentfernungen scharf stellen. Dies kann besonders nützlich für Menschen sein, die sowohl in der Nähe als auch in der Ferne gut sehen möchten, ohne auf eine Brille angewiesen zu sein. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass multifokale Linsen das Risiko von Blendungen und Lichthöfen, insbesondere nachts, erhöhen können. Daher sollten Patienten diese möglichen Nebenwirkungen mit ihrem Augenarzt besprechen, um sicherzustellen, dass multifokale Linsen die beste Wahl für sie sind.
  2. Add-On Linsen: Add-On Linsen sind spezielle Zusatzlinsen, die nach einer Katarakt-Operation zusätzlich eingesetzt werden können, um das Sehvermögen weiter zu optimieren. Sie bieten eine flexible Möglichkeit, das Sehen nach der ersten Operation noch weiter zu verbessern, beispielsweise wenn sich das Sehvermögen über die Zeit verändert oder wenn eine zusätzliche Sehkorrektur notwendig wird. Diese Linsen können auch kombiniert werden, um verschiedene Sehprobleme gleichzeitig zu behandeln, etwa eine Hornhautverkrümmung und eine Altersweitsichtigkeit.

Ausführliches Informationsmaterial erhalten Sie bei uns in der Praxis.